Mit Jugendlichen reden


Jugendliche haben je nach Herkunft, Milieu und Biographie häufig schon am eigenen Leib die Erfahrung machen müssen, dass dem gesprochenen Wort nicht zu trauen ist. War für sie als Kind Sprache und Sprechen noch ein lustvolles Medium zur Erweiterung und Eroberung der Welt, so stießen sie beim Älterwerden auf die Grenzen sprachlicher Kommunikation, vor allem wenn diese von Erwachsenen oder anderen Jugendlichen als "Herrschaftsinstrument" eingesetzt wurde.
Von solchen Erfahrungen geprägte Jugendliche empfinden ein tiefes Misstrauen gegenüber einem so uneindeutigen und leicht zu missbrauchenden Kommunikationsmittel.
Einerseits fühlen sich viele von ihnen ihren Gesprächspartnern nicht gewachsen, sie fühlen sich nicht respektiert, "untergebuttert" oder manipuliert.
Andererseits setzen manche Jugendliche Sprache ihrerseits gewollt als Mittel der Manipulation, als Demonstration ihres Macht- und Dominanzanspruchs oder als Werkzeug zur Abgrenzung, Ausgrenzung und bewusster Grenzüberschreitung ein.
Von der Verweigerung einer offenen Kommunikation, über die Kompensation bis zur  Machtdemonstration und Aggression reicht das Spektrum möglicher Kommunikationsmuster.

Kommunikationsprobleme und Lösungsansätze


Vor diesem  Hintergrund stehen im Berufsfeld der Pädagogik Tätige, aber auch Ärzte und Therapeuten, und nicht zuletzt Eltern, häufig vor dem Problem, mit Jugendlichen kommunizieren zu wollen, diese aber scheinbar mit Worten nicht erreichen zu können.
Was tun, wenn Jugendliche sich verweigern? Oder auf Gesprächsangebote stereotyp mit "Nicht mein Problem", "Falsche Adresse" oder "Frag´ die Auskunft" antworten?
Dieses Seminar möchte Ihnen Lösungen sowohl für den therapeutischen Kontext wie auch für den pädagogischen Alltag aufzeigen und praktische Erfahrungen in deren Anwendung vermitteln.


Seminarinhalte


Wir behandeln u.a. folgende Fragestellungen in Form theoretischer Wissensvermittlung und vor allem anhand praxis- und alltagsnaher Übungen:

  • Wie an Jugendliche "rankommen", ohne dass diese "dicht machen"?
  • Was sind "Türöffner" und was "Kommunikations-Killer"?
  • Wie unterscheidet sich die Sprachwahrnehmung bei Jugendlichen und Erwachsenen?
  • Warum ist ausgerechnet Sprache Quelle von Konflikten?
  • Wie machen sich Jugendliche verständlich, wie mache ich mich verständlich?
  • Wie bleibe ich authentisch ohne mich anzubiedern?
  • Wie lernen Jugendliche auf verbale Aggressionen angemessen zu reagieren?
  • Wie kann ich auf verbale Aggressionen Jugendlicher angemessen reagieren?
  • Wie vermittle ich Jugendlichen sprachliches Selbstvertrauen?
  • Wie vermittle ich Jugendlichen Spaß an Sprache und Kommunikation?
  • Warum sind Konfrontation, Provokation und Humor so bedeutende Elemente in der verbalen Auseinandersetzung gerade mit Jugendlichen?



Leitung


Dipl.-Soz.päd. Thomas Ritter
Staatl. anerk. Jugend- und Heimerzieher, Gesprächspsychotherapeut, Spieltherapeut, Anti-Aggressivitätstrainer, 27 Jahre Berufserfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen

Dr. Damir Lovric
Psychologe, Psychotherapeut


Seminarzeiten und Seminargebühr


1-Tages-Seminar

Seminargebühr: 130 EUR

me-di-kom - Absolventen erhalten 20% Ermäßigung

Zielgruppe

 

  • Sozialarbeiter/innen, Pädagogen/innen, Erzieher/innen
  • Ärzte/innen, Therapeuten/innen
  • Alle Menschen, die ihre Kommunikationskompetenz in diesem Bereich erweitern möchten